Anleitung

Focus Stacking: die Anleitung

Beim Focus Stacking nehmen Sie mehrere Fotos derselben Szene mit unterschiedlicher Fokusentfernung auf und setzen die scharfen Teile jedes Bildes zu einem Bild zusammen. Diese Seite behandelt die Aufnahme; das Verrechnen übernimmt der Stacker.

Was Focus Stacking ist und was Focus Bracketing ist

Focus Bracketing ist die Aufnahme: eine Reihe von Bildern, bei der der Fokus von Bild zu Bild einen Schritt weiterwandert – die Fokusreihe. Focus Stacking ist das Verrechnen: Eine Software wählt für jeden Bildbereich das Bild, in dem dieser Bereich am schärfsten war, und setzt aus den Gewinnern ein Bild zusammen. Sie brauchen beides. Viele Kameras nehmen die Reihe selbst auf (Canons R-Serie, Nikon Z, OM System, Fujifilm und Sony bieten es unter Namen wie Focus Bracketing oder Fokusverlagerung an); das Verrechnen übernimmt diese Seite. Wo jeder Hersteller die Funktion versteckt und welche Kameras selbst verrechnen.

Warum nicht einfach abblenden? Weil die Beugung an einem Kleinbildsensor ab etwa f/11 alles weicher macht und weil die Schärfentiefe bei Makro-Abbildungsmaßstäben selbst bei f/11 unter einem Millimeter liegt. Mit Focus Stacking bekommen Sie einen scharfen Käfer bei f/5,6, wo das Objektiv am besten ist.

Objektiv (links) Schärfentiefe eines Bildes, drei Bilder MotivSchritt ≤ Schärfentiefe × 0,7

Jedes Bild ist in einer Scheibe scharf, die so tief ist wie die Schärfentiefe; ist der Fokusschritt kleiner als eine Scheibe, überlappen sich die Scheiben.

So nehmen Sie eine Reihe auf, die sich verrechnen lässt

  1. Stativ oder Makroschlitten. Die Bilder müssen denselben Ausschnitt zeigen. Aus der Hand aufgenommene Reihen lassen sich stapeln, aber jeder Millimeter Bewegung ist ein Millimeter, den die Ausrichtung rückgängig machen muss, und das kann sie nur begrenzt.
  2. Manuelle Belichtung, manueller Weißabgleich. Ein Bild, das eine Drittelblende heller ist als seine Nachbarn, zeigt sich im Ergebnis als Fleck. Fixieren Sie alles, was wandern kann.
  3. Schrittweite kleiner als die Schärfentiefe. Die Schärfezone jedes Bildes muss die des nächsten um etwa ein Drittel überlappen, sonst bleibt zwischen zwei Schärfezonen ein unscharfes Band. Der Rechner liefert Schritt und Bildanzahl für Ihre Blende und Ihren Abbildungsmaßstab.
  4. Vor dem Motiv beginnen und dahinter aufhören. Das erste und das letzte Bild sollten überall leicht unscharf sein; eine Reihe, die auf dem Motiv beginnt, hat keinen Platz für den Vordergrund.
  5. In einem Zug, ohne Wind. Alles, was sich zwischen zwei Bildern bewegt – ein Blatt, ein Bein, der Schatten einer Wolke –, wird zum Geisterbild. Drinnen den Ventilator ausschalten.
  6. Blende etwa f/5,6–f/8 an Kleinbild, f/4–f/5,6 an kleineren Sensoren: offen genug, um Beugung zu vermeiden, geschlossen genug, damit jede Schärfezone brauchbar tief ist. Bei starker Vergrößerung steigt die effektive Blendenzahl mit dem Abbildungsmaßstab, also weiter aufblenden.

Wie viele Bilder?

Ein Makro bei 1:1 und f/8 an Kleinbild hat pro Bild eine Schärfentiefe von etwa 0,6 mm. Ein 12 mm großes Insekt braucht deshalb rund 30 Bilder bei 0,4 mm Schritt. Landschaftsstacks sind das Gegenteil: Drei bis fünf Bilder vom nahen Vordergrund bis zur hyperfokalen Distanz reichen meist. Der Rechner erledigt die Rechnung für Ihre Werte.

Die fünf häufigsten Fehler

  • Fokusatmen. Das Objektiv ändert beim Fokussieren seine effektive Brennweite, sodass jedes Bild etwas größer oder kleiner ist als das vorige. Der Stacker gleicht das aus, aber der Ausgleich kostet einen Beschnitt am Rand – lassen Sie im Ausschnitt Luft.
  • Bewegung. Siehe oben; das einzige Mittel ist eine neue Aufnahme.
  • Zu große Schritte. Ein unscharfes Band in einer bestimmten Tiefe. Mit kleinerem Schritt neu aufnehmen oder damit leben.
  • Sich überlagernde Kanten in verschiedenen Tiefen. Ein Haar vor einem Bein: Das Haar ist in einem Bild scharf, das Bein dahinter in einem anderen, und das Verrechnen muss sich entscheiden. Das ist der klassische Halo, und deshalb haben Stacker einen Retuschepinsel: Der Stacker hier hat einen, der die Stelle aus dem Bild zurückmalt, in dem sie scharf war.
  • Unterschiedliche Belichtung. Ein helleres Bild gewinnt dort, wo es nicht soll. Belichtung fixieren.

Auf dem iPad oder Smartphone

Der Stacker läuft in Safari auf dem iPad und im Browser auf dem Smartphone, aber ein Smartphone oder Tablet gibt einer Webseite weit weniger Speicher als ein Laptop. Auf einem Smartphone oder kleinen Tablet verwendet die Seite höchstens zehn Bilder mit bis zu 6 Megapixeln, und auf jedem Gerät sagt sie vor dem Start, was ein Stack braucht; ist das mehr, als der Browser hergibt, schalten Sie An Speicher anpassen ein, und sie stapelt eine kleinere Fassung. Wählen Sie die Bilder aus der Dateien-App oder der Fotomediathek; HEIC vom iPhone wird nur in Safari dekodiert. Ein iPhone hat kein eingebautes Focus Bracketing, die Bilder kommen also aus einer Kamera oder aus einer Kamera-App, die Reihen aufnimmt, und gestapelt wird hier. Für eine lange Reihe in voller Auflösung nehmen Sie einen Laptop oder Desktop: Die Seite ist überall dieselbe.

Was Sie mit der Reihe machen

Exportieren Sie die Bilder in voller Größe – JPEG genügt, und das liefern die meisten Bracketing-Modi ohnehin – und ziehen Sie sie auf den Stacker. Die Seite richtet sie aus, verrechnet sie und zeigt das Ergebnis bei 100 %, damit Sie es so beurteilen können, wie Sie es später beurteilen werden.